Glasfaser-Lüge: Wenn Politiker das Internet nicht verstehen – Hintergründe und Schutz für Verbraucher

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Glasfaser-Anbieter stehen plötzlich vor Ihrer Tür und schwärmen vom schnellsten Internet aller Zeiten. Klingt erstmal toll, aber oft kommt dann die Ernüchterung: Die versprochenen Geschwindigkeiten bleiben aus, Verträge verstecken Kosten, oder der Anschluss läuft einfach nicht richtig.

Viele Politiker blicken bei den technischen Unterschieden zwischen echtem Glasfaser und älteren Technologien selbst nicht durch und glauben die Werbeversprechen.

Politiker und Technikexperten diskutieren ernsthaft in einem modernen Büro vor einem Bildschirm mit leuchtenden Glasfaserkabeln.

Mit diesem Problem stehen Sie nicht alleine da. Millionen Deutsche haben schon Glasfaser-Verträge unterschrieben, doch viele Anbieter nutzen das Unwissen der Kunden und setzen sie unter Zeitdruck.

Die Telekom, Vodafone und andere Unternehmen fahren ziemlich harte Vertriebsmethoden, während sie gleichzeitig den Ausstieg aus DSL vorantreiben.

Hier schauen wir uns an, welche Tricks die Anbieter draufhaben und wie Sie sich vor unfairen Methoden schützen können.

Sie bekommen außerdem einen Überblick, was Glasfaser technisch wirklich bringt und worauf Sie beim Vertragsabschluss achten sollten.

Was steckt hinter der Glasfaser-Lüge?

Ein Politiker sitzt verwirrt an einem Schreibtisch, umgeben von Glasfaserkabeln und digitalen Bildschirmen, während Techniker im Hintergrund diskutieren.

Die Glasfaser-Lüge entsteht, weil Werbung täuscht, Politiker falsch entscheiden und Verbraucher kaum aufgeklärt werden. Anbieter versprechen Dinge, die sie gar nicht halten können, während die Politik den Ausbau nicht wirklich im Griff hat.

Falsche Versprechen und Fehlinformationen

Zahlreiche Internetanbieter werben mit „Glasfaser“, obwohl sie oft nur einen Teil der Strecke mit Glasfaserkabeln abdecken. Für die letzten Meter zum Haus bleibt meist das alte Kupferkabel.

Diese Hybrid-Technologie erreicht nie die volle Geschwindigkeit von echtem Glasfaser. Trotzdem verkaufen Unternehmen wie Vodafone ihre Dienste als „Glasfaser-Internet“.

Haustürvertreter greifen diese Verwirrung auf. Sie erzählen von exklusivem Glasfaserausbau, der eigentlich noch gar nicht genehmigt ist.

Typische falsche Werbeversprechen:

  • „100% Glasfaser“ bei Hybrid-Anschlüssen
  • Garantierte Ausbauzeiten, obwohl noch nichts genehmigt ist
  • Exklusive Angebote, die es gar nicht gibt
  • Kostenlose Installation, aber mit versteckten Gebühren

Rolle der Politik beim Glasfaserausbau

Die Politik hat den Glasfaserausbau ziemlich schlecht organisiert. Bis 2030 soll überall Glasfaser liegen, aber der Ausbau läuft eher chaotisch.

Verschiedene Anbieter stürzen sich auf dieselben Gebiete. Das sorgt für doppelte Baustellen und verwirrt die Leute. Wer baut denn jetzt wirklich bei Ihnen aus?

Die Regierung hat keine klaren Regeln für Glasfaser-Werbung aufgestellt. Anbieter dürfen deshalb weiter mit fragwürdigen Versprechen werben.

Politische Versäumnisse:

  • Keine Koordination zwischen den Anbietern
  • Unklare Regeln für Werbung
  • Kaum Kontrolle bei den Ausbauversprechen

Beeinträchtigung der Verbraucheraufklärung

Verbraucherzentralen bekommen immer mehr Beschwerden über aufdringliche Glasfaser-Vertreter. Unseriöse Verkäufer nutzen das fehlende Wissen ihrer Kunden aus.

Sie geben oft unvollständige oder sogar falsche Infos zu:

  • Technischen Unterschieden zwischen echtem Glasfaser und Hybrid-Lösungen
  • Vertragsbedingungen und versteckten Kosten
  • Ausbauzeiten und der echten Verfügbarkeit

Die Technik ist ziemlich kompliziert, da fällt es schwer, die echten Angebote von den falschen zu unterscheiden. Viele Leute wissen gar nicht, dass „Glasfaser“ nicht immer wirklich Glasfaser bedeutet.

So schützen Sie sich:

  • Recherchieren Sie vor Vertragsabschluss gründlich
  • Lassen Sie sich an der Haustür nicht unter Druck setzen
  • Prüfen Sie Angaben der Anbieter bei Ihrer Gemeinde
  • Vergleichen Sie mehrere Angebote in Ruhe

Typische Vertriebspraktiken an der Haustür

Ein Vertriebsmitarbeiter spricht an der Haustür mit einem skeptischen Hausbesitzer in einem Wohnviertel.

Glasfaser-Vertreter setzen alles daran, dass Sie möglichst schnell unterschreiben. Sie greifen dabei zu fragwürdigen Taktiken, um Druck zu machen.

Haustürgeschäfte bei Glasfaseranschlüssen

Haustürgeschäfte gehören beim Glasfaserausbau inzwischen zum Alltag. Anbieter lieben diese Methode, weil sie direkt mit potenziellen Kunden sprechen können.

Typische Merkmale von Haustürgeschäften:

  • Sie tauchen unangekündigt abends oder am Wochenende auf
  • Sie behaupten, es gäbe eine Sonderaktion, die gleich endet
  • Sie wollen, dass Sie sofort unterschreiben
  • Sie bringen die Verträge gleich mit

Die Vertreter klingeln gerne mehrfach in der gleichen Straße. Sie wissen oft genau, in welchen Gebieten bald gebaut werden soll und sprechen gezielt die Anwohner an.

Viele fühlen sich von dieser direkten Ansprache überrumpelt. Zu Hause fällt es schwerer, kritisch zu bleiben oder sich eine Pause zum Nachdenken zu nehmen.

Außendienstmitarbeitende und deren Strategien

Außendienstmitarbeitende haben ein ganzes Repertoire an psychologischen Tricks, um Sie zum Unterschreiben zu bringen. Sie wollen, dass Sie Ihre Entscheidung nicht mehr richtig überdenken.

Häufige Strategien:

  • Autorität: „Ich bin offizieller Vertreter der Telekom“
  • Zeitdruck: „Nur heute gilt das Angebot“
  • Nachbarschaftsdruck: „Die Nachbarn haben schon unterschrieben“
  • Kostenargument: „Sie zahlen sowieso schon für Internet“

Die Verkäufer geben sich gerne als neutrale Berater oder als städtische Mitarbeiter aus. Sie verschleiern, dass sie eigentlich nur verkaufen wollen.

Besonders ärgerlich: Sie erzählen Halbwahrheiten über bestehende Verträge. Oft behaupten sie, dass Ihr DSL-Anschluss automatisch abgeschaltet wird.

Direktvertrieb und Ranger Marketing

Ranger Marketing läuft so ab: Teams von Verkäufern ziehen systematisch durch Wohngebiete und sprechen die Leute direkt an. Diese „Ranger“ arbeiten meist für externe Dienstleister, nicht für die Telekommunikationsunternehmen selbst.

Merkmale beim Ranger Marketing:

  • Sie bearbeiten ganze Stadtteile nach Plan
  • Sie werden intensiv im Verkaufen geschult
  • Ihre Provision hängt davon ab, wie viele Verträge sie abschließen
  • Technisches Wissen? Eher oberflächlich

Den Rangern geht es in erster Linie um Abschlüsse, nicht um Beratung. Sie lernen das Produkt nur oberflächlich kennen.

Das führt zu besonders aufdringlichem Verhalten. Der hohe Erfolgsdruck landet am Ende beim Kunden.

Verwendung von Druck- und Überrumpelungstaktiken

Druck- und Überrumpelungstaktiken gehören zu den unangenehmsten Methoden beim Haustürvertrieb. Sie sollen verhindern, dass Sie in Ruhe nachdenken können.

Typische Drucktaktiken:

  • Mehrfaches Klingeln, auch nach einer Absage
  • Falsche Fristen oder Konsequenzen erfinden
  • Sie gehen nicht, bis Sie unterschreiben
  • Sie setzen auf emotionale Geschichten

Die Vertreter nutzen, dass Sie vom Besuch überrascht werden. Sie starten sofort mit ihrem Verkaufsgespräch, bevor Sie überhaupt realisieren, was passiert.

Rechtliche Grenzen überschreiten sie dabei oft:

  • Sie machen irreführende Angaben zum Vertrag
  • Sie verschweigen Widerrufsrechte
  • Sie tun so, als hätten sie eine behördliche Vollmacht
  • Sie nutzen die private Atmosphäre aus

Wenn Sie solche Methoden erleben, können Sie sich an die Verbraucherzentrale wenden. Notieren Sie Name und Datum, falls Sie problematisches Verhalten beobachten.

Die Rolle der Anbieter: Telekom, Vodafone & Co.

Deutsche Telekom und Vodafone bestimmen den Glasfasermarkt in Deutschland mit unterschiedlichen Strategien. Ihre Tarife und Vertriebswege entscheiden darüber, wie Sie als Kunde an Glasfaser kommen.

Vertriebspartner und deren Interessen

Die Deutsche Telekom setzt auf ein offenes Netz und verkauft Glasfaseranschlüsse auch an andere Anbieter. Vodafone nutzt seit 2013 VDSL-Anschlüsse der Telekom und hat seit Ende 2020 Zugang zum Glasfasernetz der Telekom.

Diese Kooperationen sind vor allem finanziell motiviert. Die Telekom füllt damit ihr Netz und verdient an jedem Anschluss, den sie weiterverkauft. Vodafone spart sich dadurch den teuren Netzausbau in vielen Regionen.

Telefónica hat ebenfalls einen Zehn-Jahres-Deal mit der Telekom für VDSL- und FTTH-Anschlüsse. Auch 1&1 nutzt das Telekom-Netz als Partner.

Etwa 9,5 Millionen Haushalte können heute Glasfaser-Tarife von Vodafone buchen – meist über die Netze von Telekom und Deutsche Glasfaser.

Unterschiede zwischen Telekom und Vodafone

Vodafone bewirbt mittlerweile über 11 Millionen verfügbare Glasfaser-Anschlüsse und liegt damit sogar vor der Telekom. Die meisten davon laufen aber über Partnernetze, nicht über eigenes Glasfaser.

Die Deutsche Telekom betreibt 3,6 Millionen echte Glasfaser-Anschlüsse (FTTH) im eigenen Netz. Diese schaffen bis zu 1 Gigabit pro Sekunde.

Vodafone mischt verschiedene Technologien:

  • Eigene, modernisierte Kabelnetze
  • Telekom-Glasfaser (FTTH)
  • Partnernetze von regionalen Anbietern

Die Telekom konzentriert sich auf den Ausbau ihres eigenen Glasfasernetzes und vermietet das Netz an Partner.

Tarife und Leistungsversprechen

Beide Anbieter werben mit ähnlichen Geschwindigkeiten für ihre Glasfaser-Tarife. Standard sind meistens 100 bis 250 Mbit/s, die teureren Tarife schaffen bis zu 1000 Mbit/s.

Ein Unterschied, der wirklich ins Gewicht fällt: Vodafone liefert oft nur Kabel-Internet, keine echte Glasfaser. Die Telekom garantiert bei FTTH-Tarifen Glasfaser bis direkt in die Wohnung.

Die Preise schwanken je nach Region und Technik. Marcel de Groot, Chef von Vodafone Deutschland, meint, Glasfaseranschlüsse seien mittlerweile günstiger als DSL.

Laut Telekom können 34,3 Millionen Haushalte Tarife mit mindestens 100 Mbit/s buchen. 27,4 Millionen kommen sogar auf mindestens 250 Mbit/s.

Beim Tarif sollte man genau hinschauen: Bietet der Anbieter wirklich Glasfaser (FTTH), oder ist es doch nur aufgebohrte Kupfer- oder Kabeltechnik?

Technik und Wirklichkeit: Was bietet der Glasfaseranschluss wirklich?

Die Unterschiede zwischen Glasfaser und DSL sind größer als viele denken. Die beworbene Bandbreite klingt beeindruckend, aber im Alltag bleibt oft weniger übrig.

Glasfaser, VDSL, DSL – Unterschiede und Missverständnisse

DSL läuft über Kupferkabel und schafft maximal 16 Megabit pro Sekunde. Je weiter man vom Verteilerkasten entfernt wohnt, desto langsamer wird’s.

VDSL bringt Glasfaser bis zum Verteiler und dann Kupfer bis ins Haus. Bis zu 100 Megabit sind drin, aber nur, wenn der Verteiler wirklich nah liegt.

Ein echter Glasfaseranschluss nutzt Lichtsignale statt Strom. Das Kabel liefert über 1.000 Megabit pro Sekunde – zumindest theoretisch.

Aber: Nicht jeder Tarif mit „Glasfaser“ bedeutet Glasfaser bis in die Wohnung. Viele Anbieter setzen auf FTTB (Fiber to the Building), da endet das Glasfaserkabel am Hausanschluss.

Bei FTTH (Fiber to the Home) läuft das Glasfaserkabel direkt bis zum Router. Nur dann gibt’s die volle Geschwindigkeit ohne Verluste.

Bandbreite und tatsächliche Leistungen

Die versprochene Bandbreite erreicht man selten komplett. Ein 1.000-Megabit-Anschluss kommt im Alltag meist auf 800 bis 900 Megabit.

Upload-Geschwindigkeiten liegen bei Glasfaser weit über denen von DSL. Während DSL oft nur 1 bis 2 Megabit Upload schafft, liefern Glasfasertarife 50 bis 500 Megabit.

Für Videokonferenzen reichen 100 Megabit locker für zwei Personen. Wer mehr Nutzer hat, sollte eher 300 Megabit nehmen.

Latenz – also die Reaktionszeit – fällt bei Glasfaser niedriger aus als bei Kupfer. Das merkt man vor allem beim Online-Gaming und Videoanrufen.

Glasfaseranschlüsse laufen stabiler als DSL. Wetter, Feuchtigkeit oder elektrische Störungen machen den Kabeln nichts aus.

Infrastrukturprobleme & Ausbaugrenzen

Nur ein Drittel der deutschen Haushalte kann aktuell echten Glasfaseranschluss bekommen. Auf dem Land sieht’s noch schlechter aus.

Ausbaukosten sind ordentlich gestiegen. Es fehlt an Fachkräften, der Netzausbau stockt, viele Baustellen kommen kaum voran.

Das Ziel der Bundesregierung – überall Glasfaser bis 2030 – hält kaum jemand für realistisch. Viele Experten sind skeptisch.

Regionale Unterschiede sind enorm. In Städten buhlen mehrere Anbieter um Kunden, auf dem Land warten viele noch Jahre auf den ersten Anschluss.

Die alte Kupfer-Infrastruktur muss komplett raus. Anders als bei VDSL kann man die alten Leitungen nicht weiterverwenden.

Risiken und Probleme für Verbraucher

Der Glasfaserausbau bringt nicht nur schnelles Netz, sondern auch einige Stolperfallen für Verbraucher. Aggressive Verkäufer, versteckte Kosten und verwirrende Verträge machen den Umstieg oft zum Risiko.

Überteuerte und unnötige Verträge

Viele Anbieter nutzen die Unsicherheit der Kunden aus und verkaufen zu teure Tarife. Besonders fies: Übergangstarife locken mit günstigen Einstiegspreisen, werden aber später richtig teuer.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bekommt viele Beschwerden über aufdringliche Außendienstmitarbeiter. Die stehen plötzlich vor der Tür und drängen zum Vertragsabschluss.

Typische Verkaufstricks:

  • Zeitdruck durch angeblich befristete Angebote
  • Versprechen von kostenlosen Anschlüssen, die später doch etwas kosten
  • Verkauf von unnötigen Extras wie Premium-TV-Paketen

Man sollte Übergangstarife genau prüfen. Im Zweifel lieber mit langen Ausbauzeiten rechnen. Am besten die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit mit dem aktuellen Tarif vergleichen.

Unklare Vertragsunterlagen und Mindestlaufzeiten

Viele Verträge sind absichtlich schwer verständlich. Wichtige Infos zu Mindestlaufzeiten, Kündigungsfristen oder Leistungsumfang verstecken sich oft im Kleingedruckten.

Häufige Probleme bei Vertragsabschlüssen:

  • 24 Monate Mindestlaufzeit ohne klaren Hinweis
  • Unklare Angaben zur echten Geschwindigkeit
  • Versteckte Klauseln zu Preiserhöhungen

Verbraucherzentralen bekommen regelmäßig Beschwerden über irreführende Vertragsunterlagen. Besonders ältere Menschen unterschreiben oft Verträge, die sie nicht richtig verstehen.

Man sollte sich nie unter Druck setzen lassen. Immer schriftliche Unterlagen verlangen und in Ruhe prüfen. Die 14-tägige Widerrufsfrist bei Haustürgeschäften hilft, falls man sich umentscheidet.

Versteckte Kosten beim Anschluss

Der angeblich „kostenlose“ Glasfaseranschluss entpuppt sich oft als Kostenfalle. Für Installation, Aktivierung oder Hardware tauchen später zusätzliche Gebühren auf.

Typische versteckte Kosten:

  • Anschlussgebühren von 50 bis 200 Euro
  • Router-Miete für 5 bis 10 Euro im Monat
  • Techniker-Einsätze kosten 100 bis 150 Euro

Wer den kostenlosen Anschluss während des Ausbaus verpasst, zahlt später bis zu 1.500 Euro für die Nachinstallation. Besonders Mieter trifft das, wenn sie nicht rechtzeitig informiert wurden.

Solche versteckten Kosten können rechtliche Folgen haben. Sie verstoßen gegen das Transparenzgebot und gelten als irreführende Werbung.

Widerspruchsrechte und Widerrufsfristen

Bei Haustürgeschäften steht Ihnen grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Der Widerruf muss schriftlich erfolgen und gilt ab Vertragsabschluss, nicht erst ab dem Start der Leistung.

Ihre Rechte auf einen Blick:

  • 14 Tage Widerrufsfrist bei Haustürgeschäften
  • Sonderkündigungsrecht bei Umzug, falls die Leistung nicht verfügbar ist
  • Schadensersatz, wenn der Anschluss nicht rechtzeitig bereitgestellt wird

Kommt der Anschluss nicht pünktlich, gerät der Anbieter automatisch in Verzug. Bei nur einem groben Zeitraum sollten Sie eine angemessene Nachfrist setzen.

Bei Problemen hilft die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur. Sie klärt Streitigkeiten kostenlos und außergerichtlich.

Wie sich Verbraucher schützen können

Angesichts aggressiver Verkaufsmethoden und dubioser Verträge rund um Glasfaser müssen Verbraucher wachsam bleiben. Die Verbraucherzentrale sammelt immer mehr Beschwerden über unseriöse Haustürgeschäfte.

Tipps gegen unseriöse Haustürgeschäfte

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Seriöse Anbieter geben Zeit zum Überlegen.

Verlangen Sie immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Alle Kosten sollten klar und transparent aufgelistet sein. Auf mündliche Zusagen kann man sich kaum verlassen.

Prüfen Sie die Legitimation der Vertreter. Fragen Sie nach einem Ausweis, notieren Sie Namen und Firma. Echte Glasfaseranschlüsse heißen „Fiber to the home“ (FTTH).

Achten Sie auf Lockangebote mit versteckten Kosten. Viele Tarife starten günstig, werden aber nach ein paar Monaten teurer.

Unterschreiben Sie nie sofort. Bei Haustürgeschäften gilt das 14-tägige Widerrufsrecht. Nutzen Sie diese Zeit, um alles zu prüfen.

Falls Sie schon unterschrieben haben, können Sie den Vertrag schriftlich widerrufen. Der Brief muss in zwei Wochen beim Anbieter ankommen.

Rolle der Verbraucherschützer

Die Verbraucherzentrale spielt beim Glasfaserausbau eine wichtige Rolle. Sie sammelt Beschwerden und warnt vor unseriösen Anbietern.

Verbraucherschützer dokumentieren problematische Verkaufsmethoden. Diese Infos helfen später bei rechtlichen Schritten gegen schwarze Schafe.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen meldet immer mehr Beschwerden über aufdringliche Vertriebsmitarbeiter. Ähnliche Berichte gibt es aus dem ganzen Land.

Verbraucherschützer klären auf, was echte Glasfaser ist. Sie zeigen, wie man Fake-Glasfaser von echtem FTTH unterscheidet.

Warnzeichen wie überhöhte Preise, Druckverkauf oder irreführende Werbung veröffentlichen sie regelmäßig.

Beratungsangebote und Anlaufstellen

Sie bekommen kostenlose Beratung bei jeder örtlichen Verbraucherzentrale. Sie können Termine einfach telefonisch oder online ausmachen.

Die Verbraucherzentrale stellt spezielle Glasfaser-FAQ bereit. Hier finden Sie verständliche Infos zu technischen Unterschieden und rechtlichen Fragen.

Mit Online-Rechnern finden Sie heraus, wie viel Bandbreite Sie wirklich brauchen. Das hilft, teure Tarife mit unnötig hoher Geschwindigkeit zu vermeiden.

Wenn Sie Vertragsprobleme haben, helfen Verbraucherschützer beim Widerruf oder bei Kündigungen. Sie nehmen Verträge genau unter die Lupe und achten auf versteckte Klauseln.

Bei schwerwiegenden Betrugsversuchen bekommen Sie rechtliche Unterstützung. Die Verbraucherzentrale leitet Ihre Beschwerden an die zuständigen Behörden weiter.

Nutzen Sie gern die Musterbriefe für Widerrufe oder Beschwerden. Diese finden Sie kostenlos auf den Webseiten der Verbraucherzentralen.

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Anna Weigand
Anna Weigand

Anna ist eine Tech-Journalistin mit Fokus auf digitale Rechte und Cybersicherheit. Sie deckt Datenskandale und versteckte Überwachungspraktiken auf.