AfD, BSW, CDU: Wer Glaubwürdig Regieren Kann

4.8
(21)

AfD, BSW und CDU versprechen alle dasselbe: weniger Migration, mehr Sicherheit, bessere Löhne, günstigere Mieten. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Versprechen, sondern in der Fähigkeit, diese Versprechen tatsächlich umzusetzen.

Wer das nicht unterscheidet, wählt nach Gefühl statt nach Realität.

Drei Gruppen von Menschen in formeller Kleidung stehen nebeneinander in einem Konferenzraum und halten leere Schilder, ihre Gesichtsausdrücke wirken enttäuscht und skeptisch.

Die Bundestagswahl 2025 hat gezeigt, wie eng die Wahlprogramme dieser drei Parteien beieinanderliegen. Umfragen belegen: Viele Leute erkennen kaum noch, welche Partei für welche konkrete Politik steht.

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis gezielter Annäherung an populäre Themen.

Warum Die Versprechen So Ähnlich Klingen

Drei männliche Politiker stehen hinter Rednerpulten in einem Konferenzraum und geben Reden.

Alle drei Parteien sprechen dieselben Ängste an: unkontrollierte Migration, steigende Kriminalität, Wohnungsnot und Altersarmut. Die Themen überschneiden sich stark, weil die Wähler genau diese Probleme als dringend empfinden.

Migration Als Gemeinsame Konfliktachse

Migration ist das Thema, das AfD, BSW und CDU am stärksten eint – zumindest in der Sprache. Sie fordern konsequentere Abschiebungen, strengere Asylregeln und bessere Kontrolle der Grenzen.

Die AfD will einen kompletten Einwanderungsstopp und die Abschaffung des Asylrechts, wie wir es kennen. Die CDU setzt auf schärfere Gesetze, bleibt aber im bestehenden Rahmen.

Das BSW kritisiert Zuwanderung, verbindet das aber mit sozialen Argumenten: weniger Zuwanderung, aber auch bessere Integration für die, die bleiben dürfen.

Bei Wahlveranstaltungen klingt das alles fast identisch. Dadurch verschwimmen die echten Positionen ziemlich stark.

Sicherheit, Ordnung und Der Kampf Um Deutungshoheit

Innere Sicherheit ist das zweite große Überschneidungsfeld. Mehr Polizei, härtere Strafen, weniger Bürokratie für Behörden – das liest man überall.

Das BSW betont den Zusammenhang zwischen sozialer Unsicherheit und Kriminalität. Die CDU setzt mehr auf staatliche Ordnung und Strafverfolgung.

Die AfD nutzt das Thema, um das Bild eines gescheiterten Staates zu zeichnen. Wer das Thema Sicherheit für sich beansprucht, gewinnt Wählerstimmen – so einfach, so klar.

Soziale Versprechen Zwischen Bürgergeld, Mindestlohn und Mieten

Beim Bürgergeld, beim Mindestlohn und bei den Mieten klingen die Parteien ähnlich, aber die Richtung ist unterschiedlich. Die CDU will das Bürgergeld reformieren und stärker an Gegenleistungen knüpfen.

Das BSW kritisiert Armut, will aber keine klassische Umverteilungspolitik fahren. Die AfD lehnt das Bürgergeld in seiner aktuellen Form ab.

Beim Thema Neubau und bezahlbare Mieten bleibt es bei allen drei Parteien ziemlich vage. Konkrete Finanzierungsmodelle? Fehlanzeige.

Wo Sich AfD, BSW und CDU Tatsächlich Unterscheiden

Drei Politiker stehen an getrennten Rednerpulten auf einer Bühne, jeder mit unterschiedlichen Farben, die verschiedene Parteien symbolisieren.

Die echten Unterschiede tauchen nicht bei den Wahlversprechen auf, sondern bei Außenpolitik, Klimaschutz und der Frage, wer überhaupt regieren kann – oder will.

Hier gehen die Wege dann doch ziemlich auseinander.

Regierungsanspruch Gegen Protestlogik

Die CDU ist eine Regierungspartei. Sie bringt Erfahrung, Personal und Strukturen mit, die Regierungsarbeit überhaupt möglich machen.

AfD und BSW sind dagegen vor allem Protestparteien, die bisher eher durch Ablehnung auffallen. Das BSW ist auf Landesebene in Thüringen und Brandenburg in Koalitionen eingetreten, mit gemischten Erfahrungen.

Die AfD war bisher in keiner Landesregierung beteiligt.

Außenpolitik Zwischen Ukraine, Russland und USA

Hier fällt der Unterschied sofort ins Auge. Die CDU unterstützt die Ukraine und steht zur NATO-Verteidigung.

AfD und BSW zeigen eine auffällige Nähe zu russischen Positionen. Beide fordern ein Ende der Waffenlieferungen und setzen auf Verhandlungen mit Putin.

Gegenüber den USA zeigen sich AfD und BSW ebenfalls skeptisch, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

Klima, Energie und Wirtschaft Als Trennlinien

Die AfD will aus dem Pariser Klimaabkommen raus und den Euro abschaffen. Das BSW lehnt ehrgeizigen Klimaschutz ab, bleibt aber weniger radikal.

Die CDU setzt auf marktwirtschaftliche Lösungen beim Klimawandel, ohne grundlegende Strukturen zu hinterfragen. Beim Thema Energie: Die AfD und Teile der CDU sprechen sich für eine Rückkehr zur Kernkraft aus, das BSW ist da gespalten.

Der Osten Als Testfeld Für Glaubwürdigkeit

Die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg haben gezeigt, wie Versprechen in der Praxis wirken. Der Osten ist das Testfeld, auf dem sich politische Glaubwürdigkeit ziemlich direkt messen lässt.

Thüringen Zwischen Höcke, Ramelow und Dem BSW

In Thüringen hat Björn Höcke die AfD zur stärksten Kraft gemacht. Trotzdem blieb die AfD von der Regierung ausgeschlossen.

Die Koalition aus CDU, BSW und SPD ist das Ergebnis schwieriger Kompromisse. Bodo Ramelow, der frühere Ministerpräsident der Linkspartei, verlor sein Amt.

Das BSW trat als neuer Akteur auf und mischte die Koalitionsverhandlungen mit auf. Am Ende blieb eine instabile Mehrheit mit spürbaren Spannungen.

Sachsen Und Die Frage Nach Dem Realistischen Koalitionspartner

In Sachsen hat Michael Kretschmer von der CDU jahrelang regiert. Nach der Wahl 2024 war klar: Ohne BSW oder SPD gibt’s keine Mehrheit.

Das BSW verlangte Zugeständnisse in der Außenpolitik, was bei der Unionsbasis für Empörung sorgte. Die Zusammenarbeit zeigt: Das BSW ist kein einfacher Koalitionspartner.

Brandenburg Und Die Signalwirkung Für Den Bund

In Brandenburg wurde das BSW Koalitionspartner der SPD. Das hat bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil es bewies: Das BSW ist regierungsfähig, auch wenn die Partei jung und noch recht schwach aufgestellt ist.

Die AfD blieb in Brandenburg trotz starker Wahlergebnisse außen vor. Diese drei Länder zeigen, dass der Osten als Testfeld für neue Konstellationen dient – mit klaren Signalen für den Bund.

Koalitionen, Tabubrüche und Die Grenze Zur Zusammenarbeit

Die Frage, wer mit wem koaliert, ist keine reine Taktik. Sie ist eine Frage demokratischer Standards.

In Deutschland gilt seit Jahren: Die AfD ist als Koalitionspartner ausgeschlossen.

Warum Der Umgang Mit Der AfD Zentral Bleibt

Der Verfassungsschutz beobachtet die AfD und stuft Teile der Partei als rechtsextremistisch ein. Das ist keine politische Meinung, sondern eine rechtliche Einordnung.

Wer mit der AfD koaliert, riskiert seine demokratische Glaubwürdigkeit. Friedrich Merz hat auf Bundesebene eine klare Grenze gezogen: keine Zusammenarbeit, keine Duldung, keine Minderheitsregierung mit AfD-Unterstützung.

Diese Linie wird in der Union aber nicht von allen mitgetragen. Laut Forsa-Umfrage könnten sich knapp 45 Prozent der CDU-Mitglieder eine Zusammenarbeit mit der AfD vorstellen.

Das BSW Als Mehrheitsbeschaffer Oder Störfaktor

Das BSW ist in Thüringen und Brandenburg Regierungspartei. Damit ist klar: Es ist kein reiner Protestverein.

Politikwissenschaftler beobachten aber, dass das BSW trotz problematischer Züge von etablierten Parteien als Partner akzeptiert wurde. Sahra Wagenknecht selbst hat Gespräche mit der AfD nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Das sorgt in der Unionsbasis für Misstrauen. Das BSW agiert als Mehrheitsbeschaffer, aber auch als ziemlicher Unsicherheitsfaktor.

Was Friedrich Merz Für Die CDU Riskiert

Merz geht mit seinem Kurs ein klares Risiko ein. Er muss die Mitte halten und gleichzeitig rechten Wählern Angebote machen.

Wenn er zu weit nach rechts rückt, verliert die CDU ihre Abgrenzung zur AfD. Wenn er zu wenig bietet, wandern Wähler ab.

Tino Chrupalla und Alice Weidel nutzen genau diese Spannung für ihre eigene Kommunikation.

Was Umfragen Über Vertrauen und Enttäuschung Zeigen

Umfragen sind kein Spiegel der Realität, aber sie zeigen, wohin Vertrauen und Enttäuschung fließen. Der ARD-DeutschlandTrend und Infratest Dimap zeigen seit 2025 ein klares Bild: Die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Bundesregierung sinkt, die AfD profitiert.

Warum Wut Nicht Automatisch Zur Union Wandert

Wer wütend ist, wählt nicht automatisch CDU. Die AfD hat ihren Stimmenanteil bei der Bundestagswahl 2025 auf über 20 Prozent ausgebaut.

Viele dieser Wähler kamen nicht von der Union, sondern von ehemaligen Nichtwählern oder der SPD. Enttäuschung über Olaf Scholz und die Ampelregierung hat nicht automatisch Friedrich Merz gestärkt.

Ein Teil der Wähler ist zu AfD oder BSW gewandert.

Welche Themen Den Bundestagswahlkampf Treiben

Migration, Wirtschaft und innere Sicherheit waren die drei meistgenannten Themen im Bundestagswahlkampf 2025. Alle drei Parteien haben diese Themen für sich beansprucht.

Das Ergebnis: Viele Wähler konnten kaum unterscheiden, wer welche konkrete Politik verfolgt. Infratest Dimap zeigte, dass das Vertrauen in die Umsetzbarkeit von Wahlversprechen bei allen drei Parteien niedrig war.

Wie Kanzlerkandidaten Die Wahrnehmung Verändern

Alice Weidel als AfD-Kanzlerkandidatin hat der Partei eine neue Sichtbarkeit verschafft. Sie wirkt professioneller als frühere AfD-Kandidaten, was die Ablehnung bei manchen Wählern gesenkt hat.

Friedrich Merz punktete bei Themen wie Wirtschaft und Sicherheit. Allerdings verlor er bei den Sympathiewerten spürbar.

Robert Habeck von den Grünen konnte trotz guter Auftritte nicht verhindern, dass die Grünen stark verloren. Das bleibt für viele ein Rätsel.

Woran Sich Lieferfähigkeit Am Ende Messen Lässt

Regierungsarbeit bedeutet nicht, alles zu versprechen. Es geht vielmehr darum, das Wichtigste wirklich umzusetzen.

Mehrheiten, Personal und Regierungsstil

Eine Partei braucht Mehrheiten, erfahrenes Personal und einen eigenen Regierungsstil. Die CDU hat das auf Bundesebene oft bewiesen, zuletzt in der Koalition mit der SPD.

Das BSW sammelt auf Landesebene erste Erfahrungen in Regierungsverantwortung. Die AfD hat bisher keine Regierungserfahrung.

  • CDU: Erfahrung in Regierungskoalitionen auf Bundes- und Landesebene
  • BSW: Erste Regierungserfahrung in Thüringen und Brandenburg
  • AfD: Keine Regierungsbeteiligung auf irgendeiner Ebene

Demokratische Standards Bei Antisemitismus und Extremismus

Ein klarer Standard für Regierungsfähigkeit bleibt der Umgang mit Antisemitismus und Extremismus. Die AfD hat hier wiederholt Grenzen überschritten.

Teile der Partei werden vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft. Das BSW hat sich in dieser Frage bisher weniger klar positioniert als die CDU.

Wer demokratische Standards nicht klar benennt, kann nicht glaubwürdig für sie einstehen.

Welche Partei Mehr Bietet Als Empörung

Empörung? Die ist schnell gemacht. Regieren dagegen, das ist wirklich harte Arbeit.

Die CDU bringt Strukturen mit, kennt sich mit Koalitionen aus und hat schon oft regiert. Das BSW wirft eine frische Perspektive in den Ring, aber ehrlich gesagt – da bleiben viele Fragen offen, gerade wenn’s um Verlässlichkeit geht.

Die AfD lebt von Empörung. Aber wenn’s um echte Lösungen für konkrete Probleme geht, bleibt sie ziemlich vage.

Willst du wissen, wer glaubwürdig ist? Dann schau nicht nur auf die großen Versprechen.

Achte lieber darauf, mit wem sie koalieren, wen sie aufstellen und wie sie mit demokratischen Regeln umgehen. Das ist am Ende doch der einzige Maßstab, der wirklich zählt, oder?

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.8 / 5. Anzahl Bewertungen: 21

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Anna Weigand
Anna Weigand

Anna ist eine Tech-Journalistin mit Fokus auf digitale Rechte und Cybersicherheit. Sie deckt Datenskandale und versteckte Überwachungspraktiken auf.